Journalisten-Report Österreich
18. September 2007 at 13:48 | In Journalismusforschung, Journalisten, Kapitel_1, Kapitel_6 | No CommentsAnfang Oktober erscheint nun endlich der österreichische Journalisten-Report, der auf Initiative des “Medienhaus Wien” entstanden ist. Die repräsentative Befragung enthält sicher einige überraschende Ergebnisse. So ist zum Beispiel einer Vorabmeldung, die ich im Lehrbch “Journalistik” zitiert habe, zu entnehmen, dass der Frauenanteil im österreichischen Journalismus relativ hoch ist: 42 Prozent (in D 37 Prozent, CH 32 Prozent, USA 33 Prozent). Das Buch “Der Journalisten-Report. Österreichs Medien und Ihre Macher” wird am 5. Oktober um 17.30 Uhr im Bundeskanzleramt präsentiert. Auf dem Podium sitzen dann neben den Autoren Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin, Daniela Kraus und Astrid Zimmermann zwei deutsche Diskutanten: Annette Milz vom “Medium Magazin” und Siegfreid Weischenberg vom Hamburger Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, der die Studie “Journalismus in Deutschland” verantwortet hat. Der Titel der Podiumsdiskussion (”Der Drei-Klassen-Journalismus”) lässt vermuten, dass auch die österreichischen Kollegen unterhalb der breiten Masse ein (meist frei arbeitendes) Journalismus-Proletariat und oberhalb die Alpha-Journalisten verorten.
Forschungsprojekt: Journalismus im Wandel
13. September 2007 at 8:46 | In Journalismusforschung, Kapitel_1 | No CommentsEines der ambitioniertesten Projekte der Journalismusforschung läuft zurzeit an der Universität Münster: Bernd Blöbaum leitet das von der DFG geförderte Projekt “Wandel bei aktuellen Massenmedien: Journalismus in veränderten Medienkontexten”. Die Veränderungen werden erstmals mit einer groß angelegten Methodenkombination untersucht: Geplant sind 13 Redaktionsbeobachtungen, Inhaltsanalysen von Print-, Hörfunk-, Fernseh- und Online-Angeboten sowie eine standardisierte Journalistenbefragung - meines Wissens war bislang kein Forschungsprojekt der Journalistik so umfangreich angelegt. Es dauert von 2006 bis 2009.
Bundesverfassungsgericht stärkt Öffentlich-rechtliche
12. September 2007 at 22:19 | In Kapitel_4, Kommunikationsfreiheit, Öffentlich-rechtliche | No CommentsDas Bundesverfassungsgericht hat in einem erneuten Rundfunkurteil zur Festsetzung der Rundfunkgebühren die öffentlich-rechtlichen Sender gestärkt (Zusammenfassung als Pressemitteilung). In der Entscheidung am 11. September stellten die Richter fest, dass die Ministerpräsidenten der Länder einen Verfassungsbruch begangen haben, als sie im Jahr 2005 die Rundfunkgebühren festlegten. Sie waren um 28 Cent unter dem Vorschlag der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) geblieben. Mit dem Urteil dürfte auch die Position gestärkt sein, dass die Öffentlich-rechtlichen ihre digitalen Angebote weiter ausbauen: Internet, digitales Fernsehen, digitales Radio, mobile Kommunikation.
Das Urteil passt in die Rechtsprechung der Verfassungsrichter seit mehr als 20 Jahren: Für eine freiheitlich-pluralistische Berichterstattung sind öffentlich-rechtliche Angebote unverzichtbar. Journalismus in Fernsehen, Radio und Internet darf nicht alleine dem Kommerz ausgeliefert sein.
Pressefreiheit weltweit stagniert
12. September 2007 at 22:04 | In Kapitel_2, Kommunikationsfreiheit | 3 CommentsDie New Yorker Stiftung Freedom House recherchiert jedes Jahr eine Studie zur Pressefreiheit in allen Kontinenten und Ländern. Die Studie 2007 bestätigte die Ergebnisse von 2006: Nach wie vor leben 43 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern ohne Pressefreiheit, 39 Prozent haben teilweise freie Medien und nur 18 Prozent leben ohne signifikante Restriktionen. Während die Situation in westlichen Ländern – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz – stagniert, sind Rückschläge in Asien, Lateinamerika und in der Ex-Sowjet-Region festzustellen.
Bildmanipulation leicht gemacht
12. September 2007 at 21:50 | In Ethik, Kapitel_7 | 2 CommentsIm Kapitel zur journalistischen Ethik habe ich als Beispiel für die Gefahr des Gefälligkeitsjournalismus die Entfernung des Schweißflecks am Kleid von Angela Merkel erwähnt. Ein ähnlicher Fall ist die Entfernung des Bauchspecks des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in der Zeitschrift “Paris-Match”.
Die Digitalisierung bringt uns ganz neue und einfache Möglichkeiten der Bildmanipulation. Ein YouTube-Video zeigt dies anschaulich:
40 Millionen Deutsche sind online
12. September 2007 at 21:43 | In Internet, Kapitel_3, Publikumsforschung | No CommentsDie ARD/ZDF-Online-Studie ist schon zu einer Institution in Sachen Internet-Nutzungsforschung geworden. In der Zeitschrift Media Perspektiven werden die Ergebnisse der aktuellen Befragung umfassend dargestellt. Demnach sind nun 63 Prozent aller Deutschen (ab 14 Jahre) online - in der Summe 40,8 Millionen. Vor zehn Jahren waren es noch 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind 2,2 Millionen hinzugekommen.
Ich zitiere aus einer Zusammenfassung zum Thema Web 2.0:
>>Das Mitmachnetz Web 2.0 wird inzwischen von nahezu allen Onlinern genutzt. Allerdings steht weiterhin der passive Abruf und nicht das aktive Erstellen von Inhalten im Vordergrund. Beliebtester “User Generated Content” bleiben Online-Nachschlagewerke wie “Wikipedia” und Videoportale, die 47 Prozent bzw. 34 Prozent der Onliner schon genutzt haben. Allerdings haben erst 6 Prozent der Nutzer dieser Anwendungen schon einmal einen Beitrag für Wikipedia verfasst, 7 Prozent einen Film in ein Videoportal eingestellt und 2 Prozent eine eigene Spielfigur in einer virtuellen Welt wie Second Life geschaffen.<<
Wissenschaftsrat fordert Ausbau der Kommunikationswissenschaft
12. September 2007 at 21:36 | In Journalistik, Kapitel_1 | No CommentsDer Wissenschaftsrat hat sich erstmals mit der Situation in den Fächern der Kommunikations- und Medienwissenschaften beschäftigt. Das umfangreiche Papier wurde in einer knappen Pressemitteilung zusammengefasst. Die Stellungnahme kann ganz gut dazu dienen, die Ausführungen in Kapitel 1 zur Journalistik und zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu ergänzen. Allerdings ist der Text etwas mühsam zu lesen, weil sich Wiederholungen häufen. Interessant finde ich die Forderung nach einem “Forschungsinstitut, das eine kontinuierliche und profunde Beratung von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf hohem Niveau sicherstellen könnte”. Auch in der Journalistik im Speziellen mangelt es an einer Bündelung von Beratungsaktivitäten - und Transferleistungen.
Erscheinungstermin: 20. September 2007
5. September 2007 at 22:20 | In Allgemein | No CommentsEndlich geschafft: Das Lehrbuch Journalistik ist in Druck. Am 20. September wird das Buch mit 276 Seiten ausgeliefert. In diesem Weblog möchte ich mit den Leserinnen und Lesern des Buchs in Kontakt kommen, Rezensionen und Feedback sammeln. Bitte nutzen Sie für Feedback den Link in der Leiste oben. Für Hinweise auf Rezensionen bin ich dankbar (am besten per Mail).
Das Blog zum Buch
4. September 2007 at 22:21 | In Allgemein | 1 CommentBücher sind schon eine seltsame Publikationsform, die nicht mehr so recht in unser Zeitalter passen wollen. Da sitzt man drei Jahre lang gebückt am Schreibtisch, macht sich tausende Gedanken - und schreibt vor sich hin. Natürlich gibt es liebe und kompetente Kollegen, die Tipps geben, redigieren und gegenlesen (Danke!). Aber dann wird das Buch gedruckt - und es ist weg. Man kann nichts mehr ergänzen, korrigieren, aktualisieren.
Dazu also nun ein Blog: Ich möchte hier Fundstücke zusammentragen, welche die Themen des Lehrbuchs ergänzen und aktualisieren. Ich möchte nicht tagesaktuell und regelmäßig Journalismus und Medienbranche kommentieren - das geschieht in anderen Blogs schon recht häufig (man verzeihe mir die nicht tagesaktuelle und wenig intensive Vernetzung in der Blogosphäre). Vielmehr geht es mir um Beispiele, Trends, wichtige Ereignisse und Entscheidungen, welche den Journalismus beeinflussen - und vor allem auch um einen Transfer journalistik-wissenschaftlicher Forschung in die Medienpraxis. Ich werde immer wieder auf relevante Studien hinweisen.
Ob’s gelingt? Ich weiß es nicht. Es ist - wie so vieles im Netz - ein Experiment.
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