SZ und FR: überregionale Zeitungen bauen Print-online-Integration aus – mit unterschiedlichen Ansätzen

12. November 2008 at 22:10 | In Allgemein, Internet, Kapitel_4, Kapitel_7, Newsroom, Redaktion, Zeitung | Leave a Comment

Seit Anfang November arbeitet die Redaktion der Süddeutschen Zeitung in einem neuen Gebäude am Stadtrand: Ein Hochhaus, das keiner mag und kaum für redaktionelles Arbeiten geplant wurde – schon gar nicht für die Anforderungen eines großen crossmedialen Newsrooms. Im Zentrum des Gebäudes schlägt nicht das Herz der Redaktion, sondern es rumpeln Aufzüge und plätzschern Toiletten. (Genau das hasste die APA-Redaktion und deshalb hat die APA in Wien ein neues Redaktionsgebäude gebaut, in dem seit 2005 das Herz in der Mitte schlägt – vgl. meine Studie dazu).

Doch die SZ-Redaktion hat versucht, das Beste aus der ungeeigneten Architektur zu machen: Im 22. Stockwerk ist ein Newsroom mit 40 Arbeitsplätzen und einem zentralen Newsdesk eingerichtet. Dort arbeiten 30 Print- und zehn Online-Redakteure überwiegend aus den Ressorts Innenpolitik, Außenpolitik und Panorama. Die restlichen Online-Journalisten sitzen zwei Stockwerke darunter. Die Printressorts sind auf die Etagen 15 bis 25 verteilt. Online-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs ist trotz dieser Verteilung optimistisch nun „Zeitung und Internet aus einem Guss“ produzieren zu können: „Die Zusammenarbeit von sueddeutsche.de und SZ-Redaktion soll am neuen Standort intensiviert werden.“

Ganz anders plant die Frankfurter Rundschau: Das neue Gebäude im Kultviertel Sachsenhausen wird um einen großen Newsroom mit ca. 700 Quadratmetern herum gebaut (Fotos und Video von der Baustelle). Das Rundschau-Haus soll im Februar/März 2009 bezogen werden. Chefredakteur Uwe Vorkötter will dann die Online-Redaktion auflösen (im Video-Interview mit Peter Turi): Die Online-Journalisten werden auf die Ressorts verteilt und sollen dort die Motivation für online unter allen FR-Journalisten fördern; jeder Ressortleiter wird für Print und Online zuständig sein. Alle 150 Printredakteure sollen dann zu Online-Redakteuren werden. „Die gesamte jetzige Printredaktion muss ihren Tages- und Arbeitsablauf umstellen“, so Uwe Vorkötter. Man folgt dem Idealbild der „konvergenten Redaktion“ (so nennt es Vorkötter) – nach dem Vorbild des britischen Daily Telegraph. Problematisch ist aus meiner Sicht, dass die Online-Kompetenz untergehen könnte – zumindest so lange, bis die Print-Redakteure tatsächlich Online-Know-How erworben haben und umsetzen können. Intensive Weiterbildung und viel Geduld (vor allem auch der jetzigen Online-Spezialisten) wird wohl nötig sein.

2007 insgesamt 956 Exemplare verkauft

22. Februar 2008 at 19:16 | In Allgemein | 3 Comments

Im Zeitalter der Quote und Reichweiten-Messung eine Meldung dazu vom Buchmarkt: Heute kam ein Brief von meinem Lektor bei UVK, Rüdiger Steiner: 956 Exemplare wurden vom Lehrbuch „Journalistik“ im Jahr 2007 verkauft (also in den ersten vier Monaten). Das freut uns sehr. Wissen wir doch, dass es inzwischen eine Menge Fachbücher zu Medien und Journalismus gibt – und Studierende im digitalen Zeitalter ja angeblich nicht mehr so viele Bücher lesen (was ich eigentlich bezweifle).

Doch was sagt uns diese Zahl? – Wie immer bei Reichweiten ;-), ist eine Einordnung nur durch Vergleichszahlen möglich. Leider kenne ich die aber nicht von der Konkurrenz, sondern nur von meinen eigenen Büchern: Das Praxis-Lehrbuch „Internet-Journalismus“ wurde im ersten Jahr 1998 insgesamt 1178 Mal verkauft (in acht Monaten) – im Boomjahr 2000 sogar 2137 Mal. Aber das ist wohl eher eine Ausnahme. Meine Dissertation „Ressort, Sparte, Team“ gönnten sich im ersten Jahr 2002 gerade mal 165 Käufer.

Für die Bestseller-Liste reicht das alles nicht. Zum Trost: Bei Amazon wird die „Journalistik“ auf Verkaufsrang 106.212 geführt. Eigentlich fast gleich hinter der „Einführung in den praktischen Journalismus“ von Walther von La Roche (28.268) :-).

Erscheinungstermin: 20. September 2007

5. September 2007 at 22:20 | In Allgemein | Leave a Comment

Endlich geschafft: Das Lehrbuch Journalistik ist in Druck. Am 20. September wird das Buch mit 276 Seiten ausgeliefert. In diesem Weblog möchte ich mit den Leserinnen und Lesern des Buchs in Kontakt kommen, Rezensionen und Feedback sammeln. Bitte nutzen Sie für Feedback den Link in der Leiste oben. Für Hinweise auf Rezensionen bin ich dankbar (am besten per Mail).

Das Blog zum Buch

4. September 2007 at 22:21 | In Allgemein | 1 Comment

Bücher sind schon eine seltsame Publikationsform, die nicht mehr so recht in unser Zeitalter passen wollen. Da sitzt man drei Jahre lang gebückt am Schreibtisch, macht sich tausende Gedanken – und schreibt vor sich hin. Natürlich gibt es liebe und kompetente Kollegen, die Tipps geben, redigieren und gegenlesen (Danke!). Aber dann wird das Buch gedruckt – und es ist weg. Man kann nichts mehr ergänzen, korrigieren, aktualisieren.

Dazu also nun ein Blog: Ich möchte hier Fundstücke zusammentragen, welche die Themen des Lehrbuchs ergänzen und aktualisieren. Ich möchte nicht tagesaktuell und regelmäßig Journalismus und Medienbranche kommentieren – das geschieht in anderen Blogs schon recht häufig (man verzeihe mir die nicht tagesaktuelle und wenig intensive Vernetzung in der Blogosphäre). Vielmehr geht es mir um Beispiele, Trends, wichtige Ereignisse und Entscheidungen, welche den Journalismus beeinflussen – und vor allem auch um einen Transfer journalistik-wissenschaftlicher Forschung in die Medienpraxis. Ich werde immer wieder auf relevante Studien hinweisen.

Ob’s gelingt? Ich weiß es nicht. Es ist – wie so vieles im Netz – ein Experiment.

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