Traumberuf Journalist: Wege in den Journalismus – ein Überblick
7. September 2009 at 10:37 | In Journalisten, Journalistik, Kapitel_6 | 1 CommentNachdem der Pulverdampf der Debatte über einen provozierenden Artikel von Detlef Esslinger zur Ausbildung von Journalisten verraucht ist, möchte ich einen knappen und sachlichen Überblick über die verschiedenen Wege geben, die in den Journalismus führen. Denn auch meine Antwort auf Essingers Text war ein scharf formuliertes Plädoyer für die Journalistik – und kaum geeignet, Schülerinnen und Schüler bei einer sachlichen Entscheidung zu unterstützen, was für jeden persönlich der geeignete Studien- und Ausbildungsweg ist.
Bei der folgenden Übersicht orientiere ich mich an dem Buch „Einführung in den praktischen Journalismus“ (18. Auflage 2008), das Walther von La Roche 1975 erstmals veröffentlicht hat und an dem ich zusammen mit Gabriele Hooffacker seit zehn Jahren mitarbeite.
Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, kann das Interview lesen, das ich im Juli für das Jugendnetzwerk fluter.de der Bundeszentrale für politische Bildung gegeben habe: Es ist in erster Linie für Schüler gedacht, die mit dem Gedanken spielen Journalist zu werden (Traumberuf Journalist/in?).
„Den Königsweg in den Beruf gibt es nicht“, schreiben wir in der „Einführung in den praktischen Journalismus“ auf S. 200. Und in der Tat hat man viele Wege zur Auswahl. Continue reading Traumberuf Journalist: Wege in den Journalismus – ein Überblick…
Wen sich die Süddeutsche Zeitung als obersten Ausbilder leistet. Eine Erwiderung auf Detlef Esslingers Kritik an der Journalistik
25. August 2009 at 12:58 | In Ethik, Journalistik, Kapitel_6, Qualität | 36 CommentsJoseph Pulitzer würde sich im Grabe umdrehen, könnte er die Süddeutsche Zeitung lesen. Denn dort leistet man sich einen Detlef Esslinger als obersten Ausbilder. Der ewig-gestrige Redakteur und Volontariatsbeauftragte hat ganz tief in der Mottenkiste der Vorurteile gekramt und ohne zu recherchieren einen hasserfüllten polemischen Artikel gegen die Journalistik als akademische Disziplin veröffentlicht.
Der Zeitungsverleger Joseph Pulitzer musste sich schon 1904 mit solchen Kleingeistern herumschlagen, als er zwei Millionen Dollar der Columbia University in New York vermachte und damit das Fundament für die Gründung eines Journalistik-Studiengangs und eines Journalistenpreises legte. In seinem Kampf gegen vielerlei Widerstände verglich Pulitzer den Journalismus mit der Medizin und der Rechtswissenschaft: Continue reading Wen sich die Süddeutsche Zeitung als obersten Ausbilder leistet. Eine Erwiderung auf Detlef Esslingers Kritik an der Journalistik…
Heftige Diskussion um Nachdruck von Nazi-Zeitungen
26. Januar 2009 at 12:10 | In Ethik, Journalistik, Kapitel_2, Kommunikationsfreiheit, Zeitung | Leave a CommentMuss der Staat seine Bürger vor dem Nachdruck von NS-Dokumenten schützen? Oder haben wir 60 Jahre nach Kriegsende nahezu ausschließlich mündige Bürger, die sich offen mit diesen Dokumenten auseinandersetzen sollten? - Das Projekt „Zeitungszeugen“ hat die Diskussion um NS-Propagandamaterial erneut entflammt. Seit Anfang Januar werden Zeitungen aus der NS-Zeit nachgedruckt und in einem Umschlag mit kritischer Einordnung durch Historiker am Kiosk verkauft. Die bayerische Staatsregierung hat jetzt die Beschlagnahmung aller im Handel befindlichen Faksimiles desVölkischen Beobachters angeordnet. Wer sich noch ein Exemplar sichern will, muss schnell sein. Es gibt inzwischen viele Medienbeiträge und -diskussionen zu diesem Streit. Ich empfehle vor allem zwei Beiträge: Der westen.de berichtet über eine Diskussion am Institut für Journalistik in Dortmund, wo Professor Horst Pöttker das Projekt verteidigt (er ist im wissenschaftlichen Beirat der „Zeitungszeugen“). Ich kann seine Argumentation sehr nachvollziehen: „60 Jahre nach Kriegsende brauchen wir keinen pädagogischen oder paternalistischen Umgang mit dem NS-Propaganda-Material mehr“, meint Pöttker. Gerade in der Journalistenausbildung sollte Nazi-Propagandamaterial nicht tabuisiert werden. In der Süddeutschen Zeitung hat der Autor Marc Felix Serrao Stimmen aus dem In- und Ausland zur Frage gesammelt, ob sich die Deutschen noch vor ihrer Vergangenheit beschützen müssen.
Methoden der Journalismusforschung
3. Juni 2008 at 11:01 | In Journalismusforschung, Journalistik, Kapitel_1 | Leave a CommentDie Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“ der DGPuK hat zusammen mit der Fachgruppe „Methoden“ zur Bewerbung um Beiträge für eine Tagung zum Thema „Methoden der Journalismusforschung“ aufgerufen. Die Tagung wird vom 5. bis zum 7. Februar 2009 in Berlin stattfinden. Das Thema verspricht eine spannende Tagung, zum Beispiel weil es auch um methodische Innovationen in der Journalismusforschung gehen soll.
Nachtrag (26.1.09): vgl. meinen Blog-Eintrag zu meinem Vortrag „Angewandte Journalismusforschung als Aktionsforschung“
Wissenschaftsrat fordert Ausbau der Kommunikationswissenschaft
12. September 2007 at 21:36 | In Journalistik, Kapitel_1 | Leave a CommentDer Wissenschaftsrat hat sich erstmals mit der Situation in den Fächern der Kommunikations- und Medienwissenschaften beschäftigt. Das umfangreiche Papier wurde in einer knappen Pressemitteilung zusammengefasst. Die Stellungnahme kann ganz gut dazu dienen, die Ausführungen in Kapitel 1 zur Journalistik und zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu ergänzen. Allerdings ist der Text etwas mühsam zu lesen, weil sich Wiederholungen häufen. Interessant finde ich die Forderung nach einem „Forschungsinstitut, das eine kontinuierliche und profunde Beratung von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf hohem Niveau sicherstellen könnte“. Auch in der Journalistik im Speziellen mangelt es an einer Bündelung von Beratungsaktivitäten – und Transferleistungen.
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