Bildmanipulation leicht gemacht

12. September 2007 um 21:50 | Veröffentlicht in Ethik, Kapitel_7 | 2 Kommentare

Im Kapitel zur journalistischen Ethik habe ich als Beispiel für die Gefahr des Gefälligkeitsjournalismus die Entfernung des Schweißflecks am Kleid von Angela Merkel erwähnt. Ein ähnlicher Fall ist die Entfernung des Bauchspecks des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in der Zeitschrift „Paris-Match“.

Die Digitalisierung bringt uns ganz neue und einfache Möglichkeiten der Bildmanipulation. Ein YouTube-Video zeigt dies  anschaulich:

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2 Kommentare »

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  1. Hmmmm. Das Videobeispiel passt nicht sooo ganz. Da geht es ja um die Algorithmen, mit denen die Bilddaten wahlweise ergänzt oder gelöscht werden können. Das ist natürlich auch eine Bildmanipulation, ich weiß.
    Was mit Frl. Merkel, Monsieur Sarkozy und praktisch allen in einem Magazin abgebildeten Personen macht (je näher an der Werbung, des Größer der Eingriff), ist einfach klassische Retuschierung – ein schönes (wenn auch leicht irritierendes Beispiel HIER. Gibt natürlich Dutzende und Aberdutzende Beispiele dafür. Aber bei diesem sieht man’s recht deutlich.
    Und wenn wir das sehen, und uns dann Bilder mit Frl. Merkel anschauen, gibt einem der Vorher/Nachhereffekt schon zu denken, oder?

    Ich hoffe, das der Durchschnittsmensch irgendwann diesen bildern garnciht mehr vertraut, und z.B. bei Politikern wieder (oder endlich mal) nach Aussage entscheidet, und nicht mehr nach „Och, die sieht doch nett aus…“ – Gefühlen bei Plakaten.

    P.S. Willkommen in der Blogsphere, Maestro. Freue mich schon auf Artikel und Tips.
    Gruß aus der PHOTOGRAPHIE-redaktion.

  2. Sie haben völlig Recht: Was die Technik der Bildbearbeitung betrifft, passt das Video nicht zu den anderen beiden Beispielen der Retusche. Ich meine hier aber weniger die Technik als vielmehr den ethischen Hintergrund. Journalisten manipulieren Fotos ja nicht aus Spielerei, sondern weil Sie sich etwas dabei denken. Oft meinen Sie es vermutlich sogar gut: Sie wollen den Abgebildeten etwas Gutes tun, indem Sie z.B. Frau Merkel oder Herrn Sarkozy vor der Häme des Publikums bewahren wollen. Ist das gerechtfertigt? Oder gilt der eherne Grundsatz, dass Fotos auf gar keinen Fall verändert werden dürfen? – Klar: Wir sind eher für den ehernen Grundsatz. Die Beispiele sind ja nicht dramatisch. Aber das gleiche Grundprinzip steckt drin, wenn ein Journalist eine Rauchwolke auf ein Kriegsbild montiert, weil dort ja auch Bomben gefallen sind – aber eben nicht zu dem Zeitpunkt, als er fotografierte.
    Und mit digitaler Technik und neuer Software wird das alles noch viel leichter. Man muss kein Profi mehr sein, um Fotos so zu verändern, dass es das Publikum nicht mehr merkt – mit welcher Begründung auch immer.


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