Neue Zeitschrift zur angewandten Journalismusforschung: Die Kluft zwischen Forschung und Praxis überwinden

14. Mai 2012 um 9:14 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Kapitel_1, Kapitel_7, Qualität | Hinterlasse einen Kommentar

Eine neue wissenschaftliche Fachzeitschrift möchte die Kluft zwischen journalistischer Praxis und Forschung überbrücken. Das internationale „Journal of Applied Journalism & Media Studies“ hat sich zum Ziel gesetzt, „to bridge the gap between media and communication research and actors with a say in media production, i.e. broadcasters, newspapers, radios, Internet-based media outlets, etc.“. Die erste Nummer ist kostenlos. Den Aufmacher-Beitrag hat Daniel Perrin von der Zürcher Hochschule Winterthur geschrieben. Es handelt sich um die erweiterte Fassung seiner Antrittsvorlesung. Er nutzt die Aktionsforschung als theoretischen Rahmen für ein Forschungsprojekt, das er mit der öffentlich-rechtlichen „Idée suisse“ durchgeführt hat. Einen ähnlichen Ansatz verfolge ich mit meinen angewandten Forschungsprojekten. Ich habe diese „interaktive Innovationsforschung“ in einem Beitrag im Buch „Methoden der Journalismusforschung“ beschrieben.

In einem weiteren Beitrag in dem neuen Journal werden zehn Regeln für Nachrichtenmedien zum Gebrauch von Twitter begründet und ausgeführt.

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Neue Studie zu Transparenz und Vertrauen im Journalismus

9. Mai 2011 um 11:35 | Veröffentlicht in Ethik, Internet, Journalismusforschung, Kapitel_1, Kapitel_5, Kapitel_7, Qualität, Redaktion | 3 Kommentare

Wie können Journalisten Transparenz gegenüber ihrem Publikum herstellen? Und: Schafft Transparenz tatsächlich mehr Vertrauen in Redaktionen und journalistische Produkte? – Transparenz ist zu einem neuen „Buzzword“ geworden und liegt im Trend der digitalen Öffentlichkeit, ist aber nicht eindeutig, sondern widersprüchlich und komplex zu bewerten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die ich zusammen mit Julius Reimer und Studierenden am Institut für Journalistik der TU Dortmund zwischen Oktober 2009 und Juli 2010 durchgeführt habe. Die Forschungsergebnisse sind nun in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Publizistik erschienen. Der Beitrag ist an vielen Unis aus dem Campusnetz heraus kostenlos abrufbar (das Abstract für alle sichtbar).

Ich habe mich in diesem Blog schon häufig mit Transparenz beschäftigt und einige Möglichkeiten beschrieben, wie Journalisten transparenter mit ihren Nutzern umgehen können. Eine Möglichkeit ist z.B. die „Live-Reportage“, bei der Journalisten ihren gesamten Rechercheprozess offenlegen – noch vor der „eigentlichen“ Veröffentlichung (ein Beispiel). Für den Aufsatz haben wir nun systematisch zusammengetragen, welche Chancen und Risiken es dabei gibt. Vor allem muss man unterscheiden zwischen Produkt und Prozess: Bei der Produkt-Transparenz benennen Journalisten die Quellen und deren Interessen (z.B. durch Links zu Quellen). Die redaktionelle Transparenz oder Prozess-Transparenz lässt das Publikum in die redaktionellen Abläufe und Entscheidungen blicken (z.B. in Blogs und Foren zum redaktionellen Arbeiten wie z.B. im Tagesschau-Blog) – man berichtet in gewisser Weise über sich selbst, was nicht unproblematisch ist. In der Studie denken wir über Qualitätsmaßstäbe für diese Selbstberichterstattung nach: Das Ideal der „Objektivität“ wird ersetzt durch „offene Selbstreflexion“. In den Redaktionen ist ein Diskussionsprozess darüber nötig, was „gute“ und „schlechte“ Selbstberichterstattung ist.

Immer wieder wird behauptet, Transparenz führe zu mehr Vertrauen, weil sie Qualitätsbewertungen durch das Publikum ermöglicht. Dies haben wir in einer empirischen Studie erstmal überprüft. Es ist nicht möglich, hier alle Ergebnisse im Detail wiederzugeben, aber ein Ausschnitt aus dem Fazit soll die Erkenntnisse exemplarisch zeigen:

Bisher empirisch nicht belegte, aber vor allem in der Ratgeberliteratur immer wieder behauptete Annahmen müssen künftig deutlich vorsichtiger und differenzierter betrachtet werden: Links zu Quellen im Online-Journalismus zum Beispiel sind nicht grundsätzlich vertrauenswürdiger, sondern wirken vor allem in Kombination mit redaktioneller Offenheit. Im Print-Journalismus dagegen bringen Selbstdarstellung und die Nennung von Kontaktmöglichkeiten des Autors (vgl. Initiative Tageszeitung 2007) keinen Vertrauenszuwachs; vielmehr sollte in Beiträgen offen mit Quellen umgegangen werden.

Einschränkend ist allerdings zu sagen, dass die gefundenen Korrelationen in der Regel eher schwach ausgeprägt sind. Und es wurde auch nur der Effekt eines einmaligen Einsatzes von Transparenz-Elementen gemessen. Es ist jedoch plausibel anzunehmen, dass Vertrauen langsam über wiederholte positive Erfahrungen aufgebaut wird. Selbst-Transparenz von Redaktionen könnte so bei mehrfachem Gebrauch durchaus zu einem stärkeren Vertrauenszuwachs in ein journalistisches Produkt und in eine Redaktion führen – vor allem im Kontext eines umfassenden Qualitätsmanagements. Dafür haben wir erste Indizien gefunden; der Zusammenhang müsste indes mit einem anderen, eventuell längerfristigen Forschungsdesign nicht im Labor, sondern im Feld weiter untersucht werden.

Nachtrag (20. 3. 2012): Experimentelle Projekte zur transparenten Redaktion werden immer zahlreicher. Ein aktuelles Beispiel: Das ZEITmagazin startet die Aktion „Das Heft Ihrer Wahl“ und ruft seine Leserinnen und Leser in der kommenden Ausgabe Nr. 13 vom 22. März 2012 dazu auf, Themenvorschläge auf einer speziell entwickelten Website einzugeben, zu diskutieren und darüber abzustimmen. Die Redaktionskonferenz dazu am 7. Mai 2012 wird per Live-Stream übertragen. Das Heft erscheint am 21. Juni 2012.

Wie man sich eine Journalismus-Studie bastelt. Sieben Tipps anhand des Fallbeispiels „Journalismus 2009“

2. April 2009 um 16:02 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Kapitel_1 | 7 Kommentare

Eine Pressemitteilung (hier oder hier) der „Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation“ und des Marktforschungsinstituts „YouGovPsychonomics“ hat uns zu folgender Bastelanleitung inspiriert. Geeignet sind die Tipps vor allem für junge aufstrebende, privat-kommerzielle Hochschulen und Marktforschungsinstitute, die offenbar beide darunter leiden, dass man sie (noch) nicht genug kennt und schätzt. Auch wer sonst mal gerne zum Thema Journalismus forschen möchte, möge sich bitte hier ein paar Ratschläge holen:

  • (1) Man suche sich einen griffigen Titel: „Journalismus + Jahreszahl“ funktioniert vor allem in der ersten Jahreshälfte. Gut macht sich ein Untertitel, der Großes verspricht (einlösen muss man das Versprechen ja nicht). „Zum Status des deutschen Journalismus“ ist knackig und hat etwas Wichtiges, ja Staatstragendes.
  • (2) Man denke sich ein paar Fragen aus, die man in einen Online-Fragebogen gieße. Eine theoretische Basis ist dafür nicht nötig. Hauptsache es fallen Schlagwörter wie „Wahrheit“, „Unabhängigkeit“, „Glaubwürdigkeit“, „gesellschaftliches Ansehen“ oder noch besser: „Manipulation“.
  • (3) Mindestens 1000 Menschen sollten sich den Fragebogen antun. Damit man mit dem Adjektiv „repräsentativ“ prahlen kann, sollte die Zusammensetzung altersmäßig so sein, wie sich die Bevölkerung zusammensetzt. Das reicht. Andere Kriterien für Repräsentativität sind völlig irrelevant, z.B. dass ein Drittel der Bevölkerung mit einem Online-Fragebogen gar nicht erreicht werden kann. Die Zahl, wie viele Menschen man mit diesem Fragebogen belästigen musste und wie viele davon ihn letztlich ausfüllten, interessiert in der Veröffentlichung der Studie nicht (mit „Rücklauf“ beschäftigen sich nur wissenschaftliche Erbsenzähler).
  • (4) Ganz wichtig ist, dass man die Ergebnisse der Befragung nicht im wissenschaftlichen Kontext, wie z.B. einer Fachzeitschrift, veröffentlicht, sondern sofort per Pressemitteilung in die Welt bläst. Wer liest schon Fachzeitschriften, die obendrein noch auf wissenschaftliche Qualitätssicherung achten und an der „Studie“ herummosern könnten?
  • (5) In der Pressemitteilung werfe man mit Prozentzahlen um sich, die zwar für sich überhaupt keinen Sinn ergeben, aber in dramatischen Formulierungen mit Sicherheit von Journalisten zitiert werden (z.B. hier oder hier oder hier). Was will uns z.B. sagen, dass „lediglich 46 Prozent der Bundesbürger“ „glauben“, „dass Journalisten an einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung interessiert sind“? Oder: „Dass Journalisten objektiv berichten, glauben immerhin 52 Prozent.“ – Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Ist das viel oder wenig? Waren das früher mehr? Sind es in anderen Ländern mehr? – Oder: Wissen wir nun mehr, wenn wir durch die „Studie“ erfahren, dass – nach Meinung der Befragten – Ärzte einen stressigeren Beruf haben als Journalisten? (So ganz nebenbei: Glauben an Gott oder an andere Transzendenzen war gestern – heute glauben wir an den Journalismus. Zitat: „Lediglich die 20 bis 29-Jährigen glauben an Unabhängigkeit.“)
  • (6) Es ist auch völlig egal, wenn sich die Zahlen widersprechen – weil das ja nur daran liegt, dass die Fragestellungen zu pauschal sind und so nicht funktionieren. Ein Beispiel: Nur 16 Prozent geben an, dass sie „Online-Magazinen“ „vertrauen“. Konkret angegebene Websites wie Spiegel-online, Focus-online oder Zeit-online erhalten dagegen genauso hohe Vertrauenswerte (zwischen 67 und 75 Prozent) wie überregionale Tageszeitungen oder Nachrichtenmagazine (und sogar mehr als das Printmagazin „Stern“).
  • (7) Man überrasche in der Pressemitteilung. Das macht den Text spannend und weist keineswegs auf innere Widersprüche der Fragestellungen hin. Ein Beispiel: „Was nun die Recherchearbeit der Journalisten betrifft, zeigen sich die Befragten aber erstaunlicherweise zufrieden.“ Und: „Allerdings halten es 74 Prozent der Befragten für wahrscheinlich, dass Journalisten im Rahmen der Recherche auch „über Leichen gehen“.“

Erstaunlich, erstaunlich. Da wir jetzt wissen, wie es um den „Status des deutschen Journalismus“ bestellt ist, beschäftigen wir uns demnächst mit der Frage, was ein „Online-Ausleger“ ist. Am schönsten gefällt mir die Wikipedia-Beschreibung aus dem Bereich der Luftbetankung: „Der Ausleger ist ein langes, innerhalb enger Grenzen horizontal und vertikal bewegliches Rohr…“ Das lässt sich doch sicher auf den „Online-Ausleger des Magazins „Focus““ (vgl. Seite 3 der Pressemitteilung) übertragen.

Nachtrag (20.4.09): Einer der Autoren der Studie, Martin Welker, hat in seinem Blog die Methodik der Befragung erläutert („Repräsentativität“) und angekündigt, die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift zur Prüfung und Veröffentlichung anzubieten.

Neue Forschungsergebnisse zum Wandel der Qualität im Journalismus

1. Dezember 2008 um 19:11 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Kapitel_1, Kapitel_4, Kapitel_7 | 4 Kommentare

Besonders in Krisenzeiten wird (wieder) über eine angeblich abnehmende Qualität im Journalismus geklagt. Die Belege sind meistens fallbezogen: Journalisten berichten aus eigenen Erfahrungen und verklären nicht selten die Vergangenheit. Doch wie hat sich die Qualität über Jahre und Jahrzehnte hinweg tatsächlich entwickelt? – Das ist eine Kernfrage, die auf der Tagung der European Communication Research and Education Association (ECREA) in der vergangenen Woche in Barcelona in mehreren Panels auf Basis neuer Ergebnisse der Journalismusforschung diskutiert wurde. Drei Beispiele:

  • Eine britische Studie der Goldsmiths University war weitgehend skeptisch: Redaktionen würden mehr in Technologie und weniger in Journalisten investieren, insbesondere im Internet stelle sich die Grundfrage, ob das traditionelle Geschäftsmodell des Journalismus überhaupt noch funktioniere, die journalistischen Werte und Standards seien in Gefahr – und damit „the lifeblood of democracy“, wie es Panel-Moderatorin Natalie Fenton formulierte.
  • Zu anderen Ergebnissen kommt die wohl größte Journalismus-Studie, die sich zurzeit in Deutschland im Feld und in der Auswertung befindet (vgl. meinen Blogeintrag dazu). Studienleiter Bernd Blöbaum von der Universität Münster meinte, man müsse den Wandel der journalistischen Qualität differenzierter sehen. Die überregionalen Qualitätszeitungen zum Beispiel seien auf jeden Fall besser geworden. Eine vergleichende Inhaltsanalyse mehrerer Medien zwischen 1990 und heute habe ergeben, dass die journalistische Berichterstattung aktiver und unabhängiger von Ereignissen und (Politiker-)Statements geworden sei. Die Themenbereiche seien breiter und vielfältiger geworden: weniger Politik, dafür umso mehr Gesundheit, Wissenschaft, Lifestyle, Wirtschaft und Sport. Die Redaktionen achteten mehr auf eine eigenständige Profilbildung – und kauten nicht mehr zwangsläufig das wieder, was die Nachrichtenagenturen und Leitmedien vorgeben. Das Abstract und die Präsentation waren die erste Veröffentlichung dieser groß angelegten Studie. Man darf auf weitere, tiefer gehende Veröffentlichungen gespannt sein – insbesondere auf das Buch, das für 2009/2010 angekündigt ist.
  • Das Panel, an dem ich beteiligt war („Media Convergence in Europe“), hat sich mit den vielfältigen Aspekten und Auswirkungen der Medienkonvergenz auf den Journalismus beschäftigt. In der Diskussion ging es u.a. um die Frage, wie konvergente Redaktionen und redaktionelle Strategien die Kompetenzen und die Ausbildung der Journalisten verändern. Interessant zu sehen war für mich einmal mehr, dass Medienkonvergenz und redaktionelle Konvergenz aktuelle Phänomene sind, die in anderen europäischen Ländern zwar einerseits genauso intensiv, andererseits aber auch ganz anders diskutiert und redaktionell umgesetzt werden – aufgrund z.B. der anderen ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen oder der anderen traditionellen Redaktionsstrukturen. Das englische Wort „Convergence“ haben indes viele Vortragene in ganz unterschiedlichen Panels in den Mund genommen. Die Forschung dazu steht erst am Anfang – insbesondere die international vergleichende Forschung.

Methoden der Journalismusforschung

3. Juni 2008 um 11:01 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Journalistik, Kapitel_1 | Hinterlasse einen Kommentar

Die Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“ der DGPuK hat zusammen mit der Fachgruppe „Methoden“ zur Bewerbung um Beiträge für eine Tagung zum Thema „Methoden der Journalismusforschung“ aufgerufen. Die Tagung wird vom 5. bis zum 7. Februar 2009 in Berlin stattfinden. Das Thema verspricht eine spannende Tagung, zum Beispiel weil es auch um methodische Innovationen in der Journalismusforschung gehen soll.

Nachtrag (26.1.09): vgl. meinen Blog-Eintrag zu meinem Vortrag „Angewandte Journalismusforschung als Aktionsforschung“

Journalisten-Report Österreich

18. September 2007 um 13:48 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Journalisten, Kapitel_1, Kapitel_6 | Hinterlasse einen Kommentar

Anfang Oktober erscheint nun endlich der österreichische Journalisten-Report, der auf Initiative des „Medienhaus Wien“ entstanden ist. Die repräsentative Befragung enthält sicher einige überraschende Ergebnisse. So ist zum Beispiel einer Vorabmeldung, die ich im Lehrbch „Journalistik“ zitiert habe, zu entnehmen, dass der Frauenanteil im österreichischen Journalismus relativ hoch ist: 42 Prozent (in D 37 Prozent, CH 32 Prozent, USA 33 Prozent). Das Buch „Der Journalisten-Report. Österreichs Medien und Ihre Macher“ wird am 5. Oktober um 17.30 Uhr im Bundeskanzleramt präsentiert. Auf dem Podium sitzen dann neben den Autoren Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin, Daniela Kraus und Astrid Zimmermann zwei deutsche Diskutanten: Annette Milz vom „Medium Magazin“ und Siegfreid Weischenberg vom Hamburger Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, der die Studie „Journalismus in Deutschland“ verantwortet hat. Der Titel der Podiumsdiskussion („Der Drei-Klassen-Journalismus“) lässt vermuten, dass auch die österreichischen Kollegen unterhalb der breiten Masse ein (meist frei arbeitendes) Journalismus-Proletariat und oberhalb die Alpha-Journalisten verorten.

Forschungsprojekt: Journalismus im Wandel

13. September 2007 um 8:46 | Veröffentlicht in Journalismusforschung, Kapitel_1 | 1 Kommentar

Eines der ambitioniertesten Projekte der Journalismusforschung läuft zurzeit an der Universität Münster: Bernd Blöbaum leitet das von der DFG geförderte Projekt „Wandel bei aktuellen Massenmedien: Journalismus in veränderten Medienkontexten“. Die Veränderungen werden erstmals mit einer groß angelegten Methodenkombination untersucht: Geplant sind 13 Redaktionsbeobachtungen, Inhaltsanalysen von Print-, Hörfunk-, Fernseh- und Online-Angeboten sowie eine standardisierte Journalistenbefragung – meines Wissens war bislang kein Forschungsprojekt der Journalistik so umfangreich angelegt. Es dauert von 2006 bis 2009.

Wissenschaftsrat fordert Ausbau der Kommunikationswissenschaft

12. September 2007 um 21:36 | Veröffentlicht in Journalistik, Kapitel_1 | Hinterlasse einen Kommentar

Der Wissenschaftsrat hat sich erstmals mit der Situation in den Fächern der Kommunikations- und Medienwissenschaften beschäftigt. Das umfangreiche Papier wurde in einer knappen Pressemitteilung zusammengefasst. Die Stellungnahme kann ganz gut dazu dienen, die Ausführungen in Kapitel 1 zur Journalistik und zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu ergänzen. Allerdings ist der Text etwas mühsam zu lesen, weil sich Wiederholungen häufen. Interessant finde ich die Forderung nach einem „Forschungsinstitut, das eine kontinuierliche und profunde Beratung von Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf hohem Niveau sicherstellen könnte“. Auch in der Journalistik im Speziellen mangelt es an einer Bündelung von Beratungsaktivitäten – und Transferleistungen.

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